Andacht vom Pastor

Warme, sommerliche Temperaturen und ein oftmals blauer Himmel künden uns schon jetzt im Mai den nah bevorstehenden Sommer an, der für viele von uns auch die ersehnte Urlaubs- und Ferienzeit mit sich bringen wird. Endlich einmal ausschlafen, endlich einmal ausspannen und das tun können, wozu angesichts des Alltags mit all seinen Anforderungen sonst keine Zeit ist.

Gerade die Befreiung von allen Pflichten und Notwendigkeiten des Alltags kann und soll uns vor Augen führen, dass der Sinn unseres Lebens nicht in dem besteht, was wir zu leisten vermögen oder zu tun haben. Sicherlich – wir haben unsere Aufgaben und Verantwortungen, denen wir nachkommen und die wir bewältigen sollen. Wir sind aufgefordert, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, soweit wir dazu in der Lage sind; und für die Menschen zu sorgen, die zu uns gehören. Und es gehört sicherlich auch zu den Grundbedürfnissen des Menschen, etwas leisten zu können und gebraucht zu werden.

Was Sommer und Sonne uns vor Augen führen können und sollen, ist jedoch viel mehr. Das Wichtigste und Wertvollste im Leben können wir uns nämlich nicht erwirtschaften – das können wir uns nur schenken lassen. Die Sonne, ohne deren Energie wir nicht leben und die Welt um uns herum nicht wahrnehmen könnten, die Luft zum Atmen, ohne die wir keinen Augenblick existieren könnten, erhalten wir zum Nulltarif. Auch unser Leben mit alledem, was dazu gehört, mit unserem Körper, unserer Familie und unseren vielfältigen Möglichkeiten – all das ist ein unverdientes und staunenswertes Geschenk. Auch die Tatsache, dass wir geliebt und geschätzt werden, ist eine unvergleichliche Kostbarkeit, für die wir – wenn wir sie denn erhalten – nicht dankbar genug sein können. Hinzu kommt, dass wir in einem Land leben, in dem weitgehend für uns gesorgt ist, in dem wir sicher wohnen können, in dem uns Urlaub und Ferien sogar gesetzlich zugesichert sind. Da mag sich uns die Frage stellen, womit wir das alles verdient haben.

Verdient haben wir das alles nicht. Wir können und sollen nur staunen über unser Leben, dürfen uns als unendlich Beschenkte sehen und sollten einsehen, dass die bemessene Zeit, die wir auf dieser Erde haben, viel zu schade ist, als dass wir sie von Sorgen geplagt, von Missmut gebeugt, von Enttäuschungen verbittert und von Ärger verfinstert zubringen. All diese Dinge rauben uns nämlich die Freude am Leben und verstellen uns den Blick auf das, wofür wir dankbar sein können.

Gott lädt uns ein, gerade in der Zeit des Urlaubs, in der wir einmal die Gelegenheit zum Nachdenken und zur Besinnung haben, zu entdecken, dass er es ist, der als der große Geber hinter allem steht, was wir sind und haben. Seine Liebe zu erkennen und zu erwidern, das ist der Sinn unseres Lebens und unsere Berufung. Und all das, was uns den Blick auf den uns unendlich liebenden himmlischen Vater verstellen kann, hat Jesus am Kreuz beseitigt, auch unsere Schuld und die Schuld unserer Mitmenschen.

Wer also einmal richtig ausspannen, sich erholen und das Leben so richtig genießen möchte, und zwar von den äußerlichen und auch den innerlichen Beschwernissen befreit, den ruft Jesus mit den Worten: „Kommet her, zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28-30) Wer dieser Aufforderung nachkommt, der wird erkennen: Das Leben ist schön, und zwar nicht nur im Sommer.

Ich wünsche allen eine gesegnete und behütete Sommer- und Urlaubszeit.
Ihr Pastor Gunter Blaschke
 

HERZLICHE EINLADUNG

zum Gottesdienst und Kindergottesdienst

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Christuskirche Edewecht