Andacht vom Pastor

Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon ist wieder der erste Monat in der Vergangenheit versunken. Unaufhaltsam fließt der Strom der Zeit dahin und trägt uns – ob wir wollen oder nicht – mit sich fort in eine unbekannte und unberechenbare Zukunft.

Manche mögen dem Kommenden sorgenvoll entgegenblicken, andere mögen voller Erwartung in die Zukunft schauen, etliche sind bereits damit beschäftigt, Zukünftiges zu planen und vorzubereiten, während manche alles ganz gelassen auf sich zukommen lassen. Vielleicht stellen wir uns die Frage, was das Jahr 2018 wohl für uns bringen mag. Eventuell verbinden wir mit dem Gedanken an die Zukunft ja auch bestimmte Hoffnungen, deren Erfüllung wir ersehnen. Es mag aber auch sein, dass wir von manchem, was wir erlebt haben, so frustriert worden sind, dass wir nun gar nichts Gutes mehr erwarten, sondern den Eindruck haben, unser Leben stünde unter einem negativen Vorzeichen. Manche vermeiden Hoffnungen und Erwartungen, weil sie nicht immer wieder enttäuscht werden möchten. Unzufriedenheit und das Gefühl, immer zu kurz zu kommen und nicht angemessen geschätzt zu werden, können sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft trüben und vergiften. So mag sich uns die Frage stellen, wie wir uns als Christen angemessen auf das auf uns Zukommende einstellen können. Welchen Beitrag können wir zum Gelingen unserer Zukunft leisten? Sollen wir uns gute Vorsätze ausdenken, die wir – das haben wir nur allzu oft erfahren – schon recht rasch wieder aufgeben? Welche Möglichkeiten haben wir, unsere Zukunft positiv mitzugestalten? Gibt es wirkliche Hoffnung, auch wenn unsere Situation hoffnungslos erscheint? Wenngleich wir freilich unsere Zukunft nicht in der Hand haben, so dass uns nichts von dem, was auf uns zuzukommen scheint, wirklich sicher ist, ist es doch so, dass wir als Christen wissen, dass wir nicht einem blinden Schicksal unterworfen oder ausgeliefert sind, son-dern unser Leben aus der Hand Gottes empfangen, der uns liebt und uns Zukunft schenkt. Aus seiner Hand empfangen wir Stunde für Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Er möchte, dass unser Leben gelingt, und dass wir das Potential entfalten, das er uns mitgegeben hat. Doch er lässt uns auch die Freiheit, eigene Entscheidungen zu fällen und wichtige Weichen unseres Lebens so zu stellen, wie wir es wollen. Er möchte uns beraten, akzeptiert es aber auch, dass wir seinen Rat in den Wind schlagen und nach unseren eigenen Ratschlüssen handeln und wandeln. Er lässt es sogar zu, dass wir unser Leben vermurksen und an die Wand fahren, wenn wir entsprechende Entscheidungen treffen. Doch wie sieht sein Rat für eine gelingende Zukunft aus? Das erste, was er uns rät, wenn es um unsere Zukunftsfähigkeit geht, ist die Einladung, all das, was uns zu schaffen macht, abzuladen. Deshalb lädt Jesus diejenigen, die mühselig und beladen sind, ein, ihre Lasten ablegen und sich ermutigen und stärken zu lassen. Es mag sein, dass wir Erfahrungen gemacht haben, die uns belasten oder schmerzen. Es mag sein, dass uns andere verletzt haben oder uns Unrecht getan haben. Es gibt kein menschliches Miteinander, das ohne Schuld wäre. Weil wir alle immer wieder in Gefahr stehen, aneinander schuldig zu werden, spielt die Vergebung im Miteinander eine so große Rolle, dass wir im Vaterunser angeleitet werden, darum wie um das tägliche Brot zu beten. Wer nicht vergeben will, der schadet in erster Linie sich selbst. Wer anderen ihre Schuld vorwirft, verurteilt damit immer auch sich selbst. Wer Vergangenes nicht loslassen kann oder will, der geht gewissermaßen mit einer Hypothek belastet in die Zukunft, die seine Handlungsspielräume mehr oder weniger einschränkt und ihm manche Chancen verstellt. Wer folglich froh, frei und unbelastet in die Zukunft gehen möchte, der sollte zunächst einmal loslassen und vergeben können, und zwar bedingungslos. Um uns unsere Last abzunehmen und die Vergebung unserer Schuld zu ermöglichen, hat Jesus sich für uns hingegeben und uns bedingungslos vergeben. Des Weiteren sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben, wenn wir Wünsche und Träume haben, die bislang unerfüllt geblieben sind. Die Bibel ist voll von Geschichten, die uns ermutigen wollen und sollen, am Ball zu bleiben und Gott mit unseren Bitten zu bedrängen, wenn wir in unserem Leben einen Mangel wahr-nehmen oder eine tiefe Sehnsucht empfinden. Wichtig ist, dass wir mit ihm darüber im Gespräch bleiben und auch füreinander beten. Doch so wichtig es ist, unsere Wünsche und unser Verlangen ernst zu nehmen und im Gebet vor Gott zu bringen, so wichtig ist es auch, dass wir sehen, dass hinter alledem letztlich ein Durst nach dem wahren Leben steht, den nur Jesus zu stillen vermag, der Durst nach dem lebendigen Gott und nach der Gemeinschaft mit ihm.

In der Jahreslosung verspricht uns Gott, diesen Durst zu stillen, wenn wir seine Gemeinschaft suchen. Wer sich auf Jesus einlässt, in dem Gott Mensch geworden ist, der braucht keine Ersatzbefriedigung mehr, der kann getrost ins kommende Jahr gehen und wird sich ganz auf Gottes Willen einlassen können. Der braucht sich auch nicht mehr zu fürchten, sondern wird ein Segen für seine Mitmenschen sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Jahr 2018.
Ihr Pastor Gunter Blaschke
 

HERZLICHE EINLADUNG

zum Gottesdienst und Kindergottesdienst

an jedem Sonntag um 10:30 Uhr

Christuskirche Edewecht