Andacht vom Pastor

Momentan sind Ferien, in der Gemeinde ruhen viele Aktivitäten, nur wenige Termine sind in den sonntäglichen Bekanntgaben zu vermelden, und viele sind zurzeit unterwegs, um an den verschiedenen Urlaubsorten Abstand vom Alltag und Entspannung zu finden. Wir dürfen uns – wenngleich auch nur für eine meist recht überschaubare Zeit – wieder einmal bewusst machen, dass unser Leben sich nicht in der Bewältigung von Aufgaben und Herausforderungen erschöpfen soll, dass wir nicht nur Verantwortungen und Verpflichtungen haben, sondern dass wir einfach da sein dürfen und machen können, was wir wollen, ohne von der Uhr oder einem prall gefüllten Terminkalender gegängelt zu werden.

Wenngleich es sicherlich wichtig und richtig ist, dass wir alle in unserem Alltag Tätigkeiten nachgehen und Leistungen erbringen, die sinnvoll sind oder die uns wenigstens als sinnvoll erscheinen, so gilt es, doch immer wieder zu beachten, dass sich unser Wert nicht nach unserer Leistung bemisst, sondern darin gründet, dass wir Menschen sind, die als solche eine Würde haben, und auch darin, dass wir von unserem Schöpfer geliebte Geschöpfe sind. Er hat uns mit Gaben und Fähigkeiten ausgestattet, die wir zum Wohle aller in der Erfüllung unserer täglichen Pflichten – hoffentlich auch mit Lust und Freude – einsetzen sollen. Er selber hat uns aber gezeigt, dass es auch Zeiten geben soll, in denen wir ruhen und das Leben einfach genießen dürfen. Deshalb lesen wir am Anfang des zweiten Kapitels der Bibel, dass Gott ruhte, nachdem er die Welt geschaffen hatte. Und wenn wir Gott im Neuen Testament in der Person Jesu Christi am Werk sehen, so erblicken wir ihn einerseits zwar in der Gestalt eines vielbeschäftigen Menschen, der oftmals bis an die Grenzen seiner Kraft und zuweilen auch darüber hinaus tätig war; der sich aber andererseits gern auch mal in die Stille zurückzog, um zu beten und zu meditieren, und der außerdem auch gern einmal ausgiebig feierte. Nicht umsonst ist das erste Wunder, von dem im Johannesevangelium berichtet wird, keine Krankenheilung gewesen, sondern die Verwandlung von Wasser in Wein, bei dem es sich zudem auch noch um einen besonders guten Tropfen handelte, wie ein begutachtender Fachmann feststellt. Damit wird gleich am Anfang dieses Evangeliums deutlich gemacht, dass es Gott nicht um unsere Leistung geht, sondern um unser Glück.

Die Ferien, die viele von uns derzeit genießen können, können aber auch eine Gelegenheit sein, einmal zu ruhen und uns klarzumachen, dass wir alle Beschenkte sind: beschenkt zunächst mit unserem Leben, mit unserem Körper, mit mancherlei Fähigkeiten und Gaben, mit Menschen, die zu uns gehören, und die wir lieben, und mit vielem anderen mehr. Dankbar dürfen wir als einzelne und auch als Gemeinde auf manches blicken, was hinter uns liegt, was uns geschenkt worden ist und uns erfreut hat. Mir als Pastor fallen da ganz spontan einige Dinge ein – die Einsegnung von vier Jugendlichen, die Taufe und Gliederaufnahme von Merle und die wundervolle Zeit mit den WesleyScouts in Polen, um nur einige beispielhaft zu nennen.

Ich möchte Euch alle dazu einladen, einmal darüber nachzudenken, wofür ihr danken könnt, und dann auch dem zu danken, der die Quelle all des Guten ist, unserem Herrn.

In diesem Sinne wünsche ich allen – und nicht nur denen, die momentan Urlaub oder Ferien haben, Gottes reichen Segen.

Ihr Pastor Gunter Blaschke

 

HERZLICHE EINLADUNG

zum Gottesdienst und Kindergottesdienst

an jedem Sonntag um 10:30 Uhr

Christuskirche Edewecht