Andacht vom Pastor

Nun haben wir die dunkle Jahreszeit hinter uns gelassen und dürfen uns auf den Frühling freuen, der uns angenehmere Temperaturen, immer längere Tage, reichlich Farben in der Natur, laue Nächte und helle Vogelgesänge bescheren wird. Es ist ein schönes Gefühl, wenn das Leben erwacht, die Kälte des Winters überwunden ist und die allmählich wärmer werdenden Sonnenstrahlen Nebel und Dunkelheit vertreiben. Schon bald ist das Zurückliegende mit all seinen unangenehmen Seiten vergessen, abgelöst von den freudigen Erwartungen des Kommenden. Das Alte ist vergangen und überwunden, Neues erwacht und wird immer dominanter.

Da passt es sehr gut, dass im Frühjahr das Osterfest gefeiert wird, für welches die Kennzeichen des Frühlings geradezu ein Gleichnis sein können. Denn zu Ostern ist auch etwas völlig Neues angebrochen, da ist – so sagt es uns die Gute Nachricht, das Evangelium von Jesus Christus – der Tod überwunden worden, der wie ein dunkler Schatten über jedem Leben lag und letztlich scheinbar immer das letzte Wort behält. Die Strahlen des auferstandenen Jesus Christus können die Schatten des Todes vertreiben, wie die Sonne im Frühling das Dunkel des zurückliegenden Winters beseitigt. Kurz vor Ostern hatte sich alles noch einmal dramatisch zugespitzt, war es zum Showdown gekommen, der am Karfreitag jedwede Hoffnung vermeintlich zunichte gemacht hatte. Doch dann hatte sich das Leben durchgesetzt, kaum zu glauben, aber unendlich kraftvoll und ermutigend. Diejenigen, die seinerzeit das Osterwunder erlebten, wurden vom Auferstandenen ergriffen und mit Freude erfüllt. Für sie begann etwas völlig Neues, ihr ganzes Leben stand fortan unter neuen Vorzeichen.

Doch das, was zu Ostern geschah, ist nicht einfach eine Geschichte der Vergangenheit, die wir uns zur Erbauung erzählen sollen. Ostern kann und soll sich auch heute noch immer wieder ereignen, denn dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, das ist auch für uns geschehen, und das hat auch für uns Konsequenzen. Denn noch viel tiefer, als der Frühling unsere Seele anzurühren vermag, berührt das Ostergeschehen diejenigen, die es im Glauben ergreifen und festhalten. Wer dem Auferstandenen begegnet und sich auf ihn einlässt, indem er eine Beziehung mit Jesus Christus eingeht, der wird erfahren, dass sich auch in seinem Leben manches zu regen und zu bewegen beginnt, dass manche Hoffnungslosigkeit schwindet, dass manche beunruhigenden Schatten der Vergangenheit verblassen, dass die Starre des kalten Herzens durch die Liebe Gottes überwunden wird, so dass das Herz weich wird und fähig, mitzufühlen und die Mitmenschen zu lieben. Und wie im Frühling Blumen auf den Wiesen wie aus dem Nichts hervorkommen und die Welt bunt machen, so wächst auch im Leben derer, die vom Auferstandenen angerührt worden sind, manches, was nicht zu den natürlichen Ressourcen des Menschen gehört. Da bekommen Menschen die Fähigkeit, uneigennützig zu lieben, anderen vergeben und auf ihr Recht verzichten zu können, da werden Geizige freigebig, Hartherzige sanftmütig, Mutlose hoffnungsvoll, Gewalttätige harmlos. Da werden Menschen, die zuvor eine Zumutung und eine Plage – ja, ein Fluch – für ihre Mitmenschen gewesen sind, ein Segen für andere.

In den Filmen des Alphakurses, der momentan in unserer Gemeinde läuft, haben wir etliche Erfahrungsberichte vor Augen geführt bekommen, in denen Menschen, die in verzweifelten und hoffnungslosen Situationen gewesen sind, von denen einige auch für ihre Mitmenschen eine Plage und ein Fluch waren, durch die Begegnung mit Jesus Christus, dem Auferstandenen, unglaublich verändert worden sind. Das wünsche ich mir auch unter uns, in unserer Gemeinde, in unserem Ort und in unserem Land, dass Gott die Kälte vertreibt, die viele Menschen ergriffen hat, dass er seelische Wunden heilt, die Menschen sich gegenseitig zugefügt haben, dass Vergangenes überwunden und zu den Akten gelegt werden kann, um dem Neuen Raum zu geben, das Jesus uns gebracht hat.

Dass der Auferstandene heute noch gegenwärtig ist, sagt uns der Monatsspruch für den April zu. Dort heißt es: Jesus Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Dass er uns liebt und uns verändern möchte und kann, wird im Monatsspruch für den Mai zum Ausdruck gebracht, wo wir lesen: „Es ist keiner wie du, und kein Gott außer dir.“ Dieser Gedanke wird in einem Lied geäußert, das wir zuweilen im Gottesdienst singen. Es lautet: „Keiner ist wie du, niemand sonst berührt mein Herz so wie du, wo auch immer ich noch suchte, o Herr, es bleibt, keiner ist wie du.

Möge das nicht nur ein Text sein, den wir singen, sondern möge der Auferstandene unsere Herzen immer wieder neu berühren, damit wir Menschen werden, sind und bleiben, die zum Wohle ihrer Mitmenschen leben und andere mit ihrer lebendigen Hoffnung anstecken.

Ihr Pastor Gunter Blaschke

 

HERZLICHE EINLADUNG

zum Gottesdienst und Kindergottesdienst

an jedem Sonntag um 10:30 Uhr

Christuskirche Edewecht